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31.10.2008:
WizzairGünstige Flüge auch in die Ukraine...
14.04.2006:
Doktoranden NetzwerkFür Leute aus postsowjetischen Ländern, die eine akademische Karriere in Deutschland anstreben. Das Ziel ist der Aufbau eines Doktorandennetzwerkes für den Erfahrungsaustausch rund um die Promotion...
14.04.2006:
Apostolische Exarchie für katholische Ukrainer in Deutschland...
Anna-Halja Horbatsch wurde als Tochter von Nikolaj und Marija Lucjak in dem Dorf Brodina in derer Bukowina am 2. März 1924 geboren. Ihre Mutter war „zu einem Viertel Deutsche“, ihr Vater Ukrainer. Aufgewachsen ist sie in den südbukowinischen Karpaten, in Czernowitz besuchte sie das Gymnasium. Zu Hause wurde ukrainisch und rumänisch in der Schule gesprochen. Anna-Halja war sechzehn Jahre alt als Ende 1940 die Rote Armee einrückte und die deutschstämmige Familie „heim ins Reich“ umgesiedelt wurde.
Das Abitur bestand sie 1943 in Paderborn. Sie begann ein Studium, zunächst der Medizin. Nach dem Krieg wechselte sie und studierte in Göttingen Slawische und Romanische Philologie sowie Osteuropäische Geschichte. 1947 lernte sie Olexa Horbatsch kennen und 1948 heirateten sie. 1950 promovierte sie in München mit der Arbeit „Epische Stilmittel der Kosaken-Dumen“. 1956 zog das Ehepaar nach Marburg und 1959 wurde er als Ordinarius für Slawische Sprachwissenschaft nach Frankfurt am Main berufen Der Ehe entstammen drei Kinder: der Sohn lebt und arbeit in Toronto als Professor für theoretische Physik, die beiden Töchter sind für die Literatur und im Verlagswesen tätig. 1977 bezog die Familie in Beerfurth (Odenwald) ein eigenes Haus und dort lebt und arbeitet Anna-Halja Horbatsch heute noch.
Als ihr Mann am 23. Mai 1997 ihr Mann nach langer schwerer Krankheit verstarb übernahm sie neben ihrer Übersetzungstätigkeit die Betreuung des großen und bedeutenden wissenschaftlichen Nachlasses von Olexa Horbatsch, dem Abschluss seiner letzten Arbeiten, der richtigen Unterbringung seiner begonnenen, unvollendeten Studien, der riesigen Bibliothek, dort, wo sie Nutzen bringen kann, in Lemberg und in Deutschland bei dem neu gestifteten Lehrstuhl für Ukrainistik in Greifswald; immer als Geschenk. Diese mühevolle Arbeit ging in der Stille vor sich| "dienen, nicht verdienen" ist das Motto.
Ihre Lebensleistung aber liegt in der Vermittlung der ukrainischen Literatur in Deutschland. Weil sich deutsche Verlage auf ukrainische Literatur nicht einlassen wollten, gründete die damals bereits 70zigjährige 1995 einen eigenen Verlag und benannte ihn nach Ihrem Geburtsort Brodina-Verlag, eine stille Hommage an ihre Heimat.
Die Liste der Publikationen ist lang umfasst beinahe alle Namen der ukrainischen Literatur des 19. und besonders des 20. Jahrhunderts. Keine andere slawische Literatur verdankt in Westeuropa nur einer einzigen Person so viel wie die ukrainische Anna-Halja Horbatsch. Dadurch kann sich das deutsche gebildete Publikum über diese im Westen unbekannte Literatur und ihr Volk hervorragend informieren: Über die Wege zur Anerkennung zwischen den russischen und polnischen Literaturen vor 1900; über die Blüte nach 1900; über die erneute Unterdrückung nach 1930 und vor allem wieder nach 1945; über die unbeugsamen Bekenntnisse zum eigenen Volk und zur eigenen Kultur in den letzten Jahrzehnten des Sowjetregimes. Auch das Thema Tschernobyl hat sie aufgenommen.
Vor allem aber auch die Schicksale der Dissidenten und ihrer Frauen; über die ukrainische Lagerliteratur, die hier ganz im Schatten der russischen blieb. Der bekannte Schriftsteller Lew Kopelew, der sich wie Anna Halja Horbatsch für systemkritische Autoren einsetzte, sagte über sie: „sie sei die Stimme der zum Schweigen Verurteilten“.
Bundespräsident Horst Köhler sagte anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Dr. Anna-Halja Horbatsch am 6. Oktober 2006 in Berlin: „Wir verdanken Ihnen, dass Sie mit Ihrer Übersetzung der Bürgerrechtsliteratur der Ukraine eine deutsche Stimme verleihen haben.
25.09.2007
Am 25. September ist eine neue Ausgabe der Ukraine-Analysen (Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen u.a.) herausgekommen. Im Vordergrund stehen diesmal die anstehenden Wahlen. Hier ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis.
Der vollständige Inhalt lässt sich als PDF herunterladen.
ukraine-analysen.de
Ein herzliches Dankeschön an alle, die an die DUG gedacht haben und uns auch mit ihren Bestellungen bei Amazon unterstützt haben. Dabei handelte es sich durchaus nicht nur um Bücher, sondern auch um Mikrowellen, Monitore oder Digitalkameras.
Auch wenn das nicht unsere Hauptzielrichtung ist und wir damit keine großen Sprünge machen können, freuen wir uns dennoch sehr. Wie es aussieht werden wir dieses Jahr wohl die Kosten für den Betrieb der Website aus diesem kleinen Nebeneinkommen decken können.
Der Webmaster
Христос Воскрес!
Christus ist auferstanden! So begrüßen sich dieser Tage Christen in der Ukraine und in anderen Ländern. Selbst der eskalierende Streit zwischen dem ukrainischen Präsidenten und dem Parlament hat über die Feiertage vorübergehend an Schärfe verloren.
Dieses Jahr (2007) sind die beiden Osterfeste zusammengefallen. Noch letztes Jahr bestand ein Unterschied von mehreren Wochen. Woran liegt das?
Sicherlich ist es bekannt, das die Ostkirchen bei der von Papst Gregor XIII verordneten Kalenderreform (auch bekannt als Gregoriansicher Kalender, in der die genaue Dauer eines Jahres präzisiert wurde) nicht mitmachten und beim sogenannten Julianischen Kalender (benannt nach der von Gaius Julius Cäser durchgeführten Reform, die erstmals Schaltjahre einführte und 46 v. Chr. in Kraft tratt) verblieben. Daher auch der Unterschied von derzeit 13 Tagen bei der Feier der Geburt Christi (auch als Weihnachten bekannt) am 25. Dezember bzw. am 07. Januar.
Ostern hingegen ist ein bewegliches Fest, da es sich nach dem Mondkalender richtet und verschiedenen Berechnungsregeln unterliegt. Das nächste gemeinsame Osterfest kann wieder 2010 gefeirt werden.
Auch im Rhein-Neckar-Gebiet fanden Gottesdienste im byzantischen Ritus statt, mit feierlichen Gesängen, Ikonen, reichaltig ausgestatteten Osterkörben mit Paskas (dem Osterbrot) und Pysankas (den ukrainischen Ostereiern). Einer dieser Gottesdienste fand in der Liebfrauen-Kirche in Mannheim statt. In der ukrainischen griechisch-katholische Gemeinde in Mannheim wurde am Sonntag der Ostergottesdienst abgehalten und daraufhin die Osterkörbe von Pfarrer Ihor Sapun gesegnet. Im Anschluss versammelten sich manche zu einem gemeinsamen Ostermahl im Gemeindehaus.
Zur Bildergalerie
Eine kleine geschichtliche Ergänzung:
Die ukrainische Kirchengemeinde in Mannheim gehört zur griechisch-katholischen Kirche. Was bedeutet dies? Der Glaube wurde 988, noch vor der Kirchenspaltung in Ost- und Westkirche, aus Byzanz (Griechenland) übernommen. 1596 kam es in der Union von Brest zu einer Anerkennung des Papstes durch wichtige ruthenische/ukrainische Kirchenführer, die letzlich zur Entstehung einer griechisch-katholischen Kirche führten, die den byzantinischen Traditionen und der Gottesdienstordnung folgt, jedoch den römischen Papst als Kirchenoberhaupt anerkennt, während die anderen orthodoxen (was übrigens rechtgläubig bedeutet) ein von Rom unabhängiges Oberhaupt (den Patriarchen von Byzanz bzw. Istanbul, den Moskauer Patriarchen, den Kiewer Patriarchen etc.) haben.
13.03.2007
Themen des aktuellen Newsletters sind:
ukraine-analysen.de
27.02.2007
Die nächste Ausgabe der Ukraine-Analysen ist erschienen, diesmal mit dem Schwerpunkt Arbeitsmigration.
Mehr dazu im PDF-Newsletter der Forschungsstelle Osteuropa.
Die Analysen kann man sich als PDF im Menüpunkt Archiv herunterladen oder auch als regulären Newsletter abonieren
ukraine-analysen.de
13.02.2007
Die Forschungsstelle Osteuropa und die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde geben etwa ein Mal monatlich Analysen zur politischen Situation in der Ukraine heraus. Die Analysen kann man sich als PDF im Menüpunkt Archiv herunterladen oder auch als regulären Newsletter abonieren. Hier das aktuelle Inhaltsverzeichnis:
Ukraine-Analysen
Chor „Pro Anima“
Die Mitglieder des Chores kommen
aus Iwano-Frankiwsk (Westukraine).
Sie haben sich mit großem Enthusiasmus –
gepaart mit osteuropäischem Temperament und Liebe zur Musik – der ukrainischen geistlichen Musik und der Folklore verschrieben.
Der Chor gastiert bereits zum zweiten Mal in Deutschland.
Stationen ihrer diesjährigen Tournee sind Trier, Mannheim, Frankfurt, Stuttgart und München.
Das Weihnachtslieder-Singen hat eine Jahrhundert lange Tradition, doch zu Zeiten der Sowjetunion war die öffentliche Ausübung von ukrainischem Brauchtum verboten. Seit der Unabhängigkeit der Ukraine im Jahr 1991 fand eine wahre Renaissance des Geisteslebens und der Traditionen – vor allem auch bei jungen Menschen - statt.
Die Mitglieder des Chores „Pro Anima“ verstehen sich als musikalische Botschafter ihrer Heimat und möchten in der Adventszeit dem deutschen Publikum den Reichtum an ukrainischen Weihnachtsliedern vorstellen und somit in die Weihnachtszeit einstimmen.
Den Konzerttermin in Mannheim finden sie unter Termine .
Koljadky (Weihnachtslieder) gehören zur ältesten Folkloregattung und sind in der Geschichte und im Brauchtum des ukrainischen Volkes tief verwurzelt. Die Weihnachtslieder sind sehr verschiedenartig im Reichtum ihrer poetischen Gestaltung und in der Besonderheit ihrer Melodik. Das Wort "Koljadky" stammt vom lateinischen kalenda, d.h. der erste Tag der Monats oder des Jahres, aus dem sich auch das in vielen europäischen Sprachen gebräuchliche Wort "Kalender" ableitet.
Mit Beginn des Christentums feierte man die Geburt Jesu Christi am 25. Dezember (nach dem neuen, greogorianischen Kalender) und am 7. Januar (nach dem alten, in den östlichen Kirchen verbreiteten julianischen Kalender). Der uralte heidnische Ritus wurde einem der großen christlichen Feiertage angepasst.
Im Laufe der Zeit entstanden neue Weihnachtlieder, mit biblisch-christliche Gestalten, die ebenso weit Verbreitung fanden wie die heidnischen. Ganze Gruppen von "Weihnachtssängern" zogen von Hof zu Hof und priesen die Familienmitglieder, Sie sangen Loblieder auf den Hausherren, die Hausherrin, deren Kinder und wünschten ihnen Glück und Gesundheit.
Koljadky (Weihnachtslieder) sind christliche Gesänge, die auf die Ursprünge des Christentums zurückgehen. Die darin enthaltenen Glückwünsche erfahren durch die musikalische Intonation noch eine besondere Betonung: Fröhlich und optimistisch in ihrem Klang.
Die ukrainische Weihnachtslieder haben eine differenzierte Art der Anrede und werden von Gruppen, ähnlich den Sternsingern, vorgetragen, die sich rechtzeitig auf diesen Brauch vorbereiten.
In der Ukraine werden Weihnachtslieder traditionell a cappella gesungen, manchmal aber auch von Geigenspiel begleitet.
Die Koljadky sind eine wahre, altehrwürdige Schatzkammer des ukrainischen Volkes, die es in ihrer Tiefe und Bedeutung zu erkennen gilt.
Pro Anima: Koljadky (CD)
20.12.2006
Am 15. Dezember fand in der St. Sebastian Kirche in F1, 7 Mannheim das Weihnachtskonzert des geistlichen Kammerchores Pro Anima aus Ivano-Frankivsk (Ukraine) statt, das von einem unserer aktivsten Mitglieder, Frau Maria Melnik, trotz der recht kurzen Vorlaufzeit, organisiert werden konnte.
Der Chor, unterwegs in einem Kleinbus, erreichte am Freitag Vormittag nach ca. 4000 km Fahrt und mehreren Konzerten in Polen und Deutschland den vereinbarten Treffpunkt in Viernheim. Von dort ging es weiter nach Mannheim in die SAP-Areana, wo der Chor zu Mittag essen konnte, was wir Herrn Alexander Dukal, der ebenfalls DUG-Mitglied ist und die Kosten übernahm, verdanken.
Danach ging es in die Innenstadt, wo sich die Gruppe, begleitet von "freiwilligen Helfern", erst einmal für zwei Stunden zerstreute. Gegen 17:00 Uhr fuhr man dann zur St. Sebastian Kirche am Marktplatz, um sich für das Konzert bereitzumachen.
Der Chor, bestehend aus 11 Sängern, einer Solistin und dem Dirigenten, unterstützt von einer ukrainischen Übersetzerin, schaffte es, die ca. 80 Zuhörer in ihren Bann zu ziehen und sie für eine gewisse Zeit die hektische Außenwelt vergessen zu machen: Aus der Seele für die Seele.
Mit den freiwilligen Spenden aus dem Mannheimer Konzert waren nun die Reisekosten des Chores gedeckt. Auch die mitgebrachten CDs "Koljadky - Weihnachtslieder" fanden interessierte Abnehmer.
Nach dem Konzert wurden die Mitglieder des Ensembles auf verschiedene Familien verteilt, bei denen sie einen angenehmen, fröhlichen Abend verbringen und übernachten konnten.
Am Samstag sammelte sich die Gruppe in Mannheim Käfertal zur Abreise, wo sie neugierige Blicke auf sich zog. Das gesellige Beisammensein fand gegen 10:00 Uhr sein Ende, als es "Abschied nehmen" hiess und der Chor uns, nach einem kurzen Abstecher ins Viernheimer Rhein-Neckar Zentrum, Richtung Darmstadt/Odenwald verliess, dem nächsten Konzert entgegen.
Es war wohl für alle ein angenehmes Erlebnis und wir würden uns freuen, die Ukrainerinnen und Ukrainer mit den schönen Stimmen nächstes Jahr wieder bei uns begrüßen zu dürfen.
Abschließend noch zwei Hörproben von der CD "Koljadky":
W. Hryzyschyn: Mutter Gottes hoffnungsvoll (ca. 1,2 MB, mpeg)
W. Hryzyschyn: Ein Kind geboren in Bethlehem (ca. 0,6 MB, mpeg)
Wir freuen uns ganz besonders, dass unser langjähriges Mitglied und 2. Vorsitzende Frau Dr. Anna-Halja Horbatsch am 4. Oktober d. J. in Berlin vom Bunderpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Horst Köhler, mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde.
Frau Dr. Horbatsch hat sich zeit Lebens immer für die Ukraine und deren Menschen engagiert und dabei weder Kosten noch Mühen gescheut. Wir wünschen Frau Horbatsch alles erdenklich Gute und sind froh, sie unter uns zu haben. Mnohaja lita, pani Horbatsch!
Der in der Bukovina geborenen Lektorin und Übersetzerin ist es ein Herzensanliegen, den deutschen Lesern die kulturelle Vielfalt und den literarischen Reichtum der Ukraine nahe zu bringen und damit die Bande zwischen beiden Völkern zu stärken. Wegen des Desinteresses der großen Verlage gründete sie den "Brodina Verlag" für ukrainische Literatur, den sie auf eigene Kosten betreibt und in dem sie neben den Werken der "Samisdat"-Autoren auch zunehmend zeitgenössische ukrainische Literatur herausbringt. Lew Kopelew, der sich wie sie für systemkritische Autoren einsetzte, würdigte sie als die "Stimme der zum Schweigen Verurteilten".
Die visafreie Einreise für Bürger aus EU-Staaten wurde ursprünglich für einen befristeten Zeitraum anläßlich des "European Song Constests 2005" in Kyjiv eingeführt. Die Veranstaltung ist nun längst vorüber, die Regelung wurde aber unbefristet beibehalten. Visafrei bedeutet in diesem Zusammenhang für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen. Eine kurze Aus- und wieder Einreise verlängert diese Frist. Für Aufenthalte darüber hinaus wird dagegen ein Visum benötigt.
Auf den Botschaftsseiten findet man überdies den Hinweis, dass eine besondere Reisekrankenversicherung benötigt wird, d.h konkret evon AXA oder Hanse-Merkur.
Weitere Informationen:
www.visumservice.de
Botschaft der Ukraine
Am Sonntag, dem 12. März 2006 strahlte das ZDF in der Reihe "Schliemanns Erben", die Folge "Der Todesritt der Kosaken" aus, in der erstmals in Deutschland ein wichtiger Aspekt ukrainischer und europäischer Geschichte betrachtet wurde - Das Hetmanat der Zaporoher Kosaken, dem wohl bedeutendsten kosakischen Zentrum dieser Epoche.
Dies möchten wir zum Anlass nehmen, dem/der interessierten LeserIn weitere Informationen zu bieten.
Das wahrscheinlich größte Zentrum kosakischer Kultur der frühen Neuzeit entstand auf dem Territorium der heutigen Ukraine. Doch wer waren die wilden Reiter aus der Steppe, die von den Mächtigen Europas bewundert und gefürchtet, gebraucht und missbraucht wurden?Das Wort Kosak (Kozak) stammt ursprünglich aus dem Tatarischen und lässt sich mit „freier Krieger“ übersetzen.
Die Gebiete der Ostukraine waren im 16. Jahrhundert den Plünderungen der tatarischen Horden ausgesetzt, so dass sie stark entvölkert wurden. Andererseits gab es schwer zugängliche Gebiete im Süden am Dnipro, dem mächtigen Strom, der das Land in eine links- und eine rechtsufrige Ukraine teilt. In diesen Gegenden ließen sich Menschen nieder, die aus polnisch-litauischer Leibeigenschaft geflohen waren und einen starken Drang nach Freiheit verspürten. Hinter den Stromschnellen (za porohamy) des Dnipro waren sie unangreifbar.
Während sich Russland im Norden unter seinen Zaren langsam zur europäischen Großmacht entwickelte, bildete sich in der Südukraine, bei Zaporižžja (Saporoshe) in den Prypjat’-Sümpfen eine eigentümliche Gesellschaftsform, die über mehrere Jahrhunderte Bestand haben sollte. Dies ist umso erstaunlicher, als diese „wilden Krieger“ es immer wieder schafften, trotz materieller und personeller Unterlegenheit erst dem polnischen, dann dem osmanisch-tatarischen und letztlich auch dem rußländischen Reich zu trotzen.
[Fortsetzung folgt]
Auf der folgenden Seite finden Sie eine Rezension des Werkes 'Moscoviada ' des ukrainischen Autors und Lyrikers Jurij Andruchovyč, der 2006 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung erhielt. In dem Werk geht es um das Problem des russischen Kulturchauvinismus gegenüber der Emanzipationsbewegungen der ehemaligen Sowjetrepubliken. [zur Rezension]
Anläßlich der Verleihung des Leipziger Buchpreises hielt Andruchovyč eine bemerkenswerte, unkonventionelle Dankesrede unter dem Titel 'Europa, meine Neurosen', in der er seiner Frustration (und der vieler Ukrainer) bezüglich der Wahrnehmung (oder Nichtwahrnehmung) und Bewertung der Ukraine Luft machte.
Leipziger Buchpreis 2006
Dankesrede, Andruchovyč
Weitere Werke von Andruchovyč in deutscher Sprache:
Spurensuche im Juli
Reich mir die steinerne Laute (Hrsg., Anthologie)
Zwölf Ringe
Mein Europa
Das letzte Territorium
Ukrainische Literatur:
Literaturzusammenstellung der DUG bei Amazon
Programm des Brodina-Verlags von Fr. Dr. Anna-Halja Horbatsch
München/Kiew - Andriy Shevchenko, Europas Fußballer des Jahres und ukrainischer Stürmer-Star beim AC Milan, engagiert sich für die SOS-Kinderdörfer. Shevchenko hat in Kiew seine Ernennungsurkunde zum „FIFA für SOS-Kinderdörfer-Botschafter“ entgegengenommen. Shevchenko unterstützt vor allem den Bau des ersten SOS-Kinderdorfes in der Ukraine. Das SOS-Kinderdorf Brovary bei Kiew gehört zu den sechs neuen Dörfern, die anlässlich der WM-Aktion „6 Dörfer für 2006“ gebaut werden.
In Vietnam sind die Bauarbeiten schon weit vorangeschritten, in der Ukraine wird voraussichtlich im August der Grundstein gelegt. Das SOS-Kinderdorf in Brovary bei Kiew wird das erste seiner Art in der Ukraine sein. Die Zahl der Länder, in denen die SOS-Kinderdörfer aktiv sind, erhöht sich mit der Ukraine auf 132.Einige Klarstellungen zum Thema Russland - Ukraine aus Anlass der Sendung 'Russland - Mein Kiew' (Untertitel: Popen, Pferde und ein Pinguin) auf HR 3 vom 21. Juni 2005
Hier die Kurzbeschreibung:
Die Stadt ist eine der schönsten und ältesten
Osteuropas: Kiew, Hauptstadt des jungen Staates Ukraine, hat eine mehr
als tausendjährige Geschichte. Sie war die Wiege des russischen
Staates, der legendären "Kiewer Rus", hier liegen die Ursprünge der
russischen Orthodoxie. Im Frühjahr glänzt Kiew im zarten Gelb seiner
Prachtbauten an der Flaniermeile "Chreschtschatik" und im kräftigen
Gold der Kuppeln seiner Kirchen und Klöster. Wer in die engen und
dunklen Verliese des berühmten Höhlenklosters hinabsteigt, der erlebt
eine Zeitreise zurück ins vorletzte Jahrtausend. ARD-Korrespondent
Albrecht Reinhardt zeigt aber auch das junge Kiew - das Viertel rund um
die Andreaskirche etwa, den "Kiewer Montmartre", wo Künstler ihre
Bilder auf holprigem Pflaster ausstellen, und er zeigt das Kiew der
Dichter und Literaten. Durch die Stadt führt ihn einer der bekanntesten
zeitgenössischen Schriftsteller der Ukraine: Andrej Kurkow, dessen
Romane - unter anderem "Picknick auf dem Eis" - auch hierzulande
erfolgreich sind.
Abgesehen vom Titel, der für sich schon genommen eine Zumutung darstellt, werden hier gefährliche direkte und indirekte Vereinfachungen vorgenommen.
Im 13. Jahrhundert erlangten Nomadenstämme aus Asien ("Goldene Horde") die Herrschaft über das Gebiet. Von hier an wird die ukrainische Geschichte getrennt von der russischen gesehen, die ihre Zentren nach Norden (Moskau, Nowgorod) verlegte. (Quelle: wikipedia.de)
Es handelt sich hier keineswegs um Haarspalterei, sondern um eine Klarstellung. Die Ukraine ist NICHT Kleinrussland und Moskau ist auch nicht der große Bruder. Die Ukraine war lange genug Spielball fremder Mächte - damit sollte nun Schluss sein.
Wir möchten hiermit unseren Protest gegen den Titel der Sendung zum Ausdruck bringen und sie ermuntern, dem Hessischen Rundfunk eine diebezügliche Email zukommen zu lassen.
Wer
sich weiter informieren möchte, dem können wir unseren Bereich
Literatur nahelegen, in dem verschiedene Bücher zum Thema Ukraine
empfohlen werden.
In der Programmbeschreibung wurde von der mehr als tausendjährigen Geschichte Kiews gesprochen, von einer der schönsten und ältesten Städte Europas und der Wiege des russischen (?) Staates und den Ursprüngen der Orthodoxie.
Vielleicht sollte man gleich beim letzten Punkt anknüpfen... Meines Wissens kam die Orthodoxie (sprich das östliche Christentum) aus Griechenland, genauer aus Konstantinopel (dem heutigen Istanbul). Naja, das ist eben ein bißchen schlecht recherchiert.
Auch schade, das in der halbstündigen Sendung eigentlich von der 1000jährigen Geschichte so gut wie nicht gesprochen wurde. Stattdessen war da die Rede von neuen kitschigen Denkmälern, von der "besoffenen Ecke" in Kiew und von bösen ukrainischen Nationalisten, die gerne hätten, dass der Stellenwert der ukrainischen Sprache, die über lange Zeiträume im Russischen Reich und später in der Sowjetzeit direkt und indirekt behindert oder sogar verboten wurde. Auf jeden Fall wurde auch dem Alkoholismus Rechnung getragen.
Eine der Hauptattraktionen Kiews scheint der Sendung zufolge auch ein Fitnesspark auf einer Insel im Zentrum Kiews zu sein, dessen Sportgeräte sich aus allerlei ausrangierten Werkzeugen und sonstigen Metallteilen zusammensetzen.
Ukrainisch? Was ist das?
Es scheint der Fall zu sein, das in der Ukraine (oder zumindest in Kiew bzw. ukrainisch Kyjiv, der Hauptadt diese Landes) ausschließlich Russisch gesprochen wird. Klar. Schließlich wird das ganze ja auch Kleinrussland genannt. Dies wird auch schon daran deutlich, dass der auch hier im Westen bekannte Schriftsteller Andej Kurkow ("Pinguine frieren nicht" et al.) russisch schreibt. Ich für meinen Teil habe in der Sendung von niemandem ein Wörtchen Ukrainisch vernommen - aber vielleicht habe ich es auch einfach überhört.
Eine Attraktion der 1000jährigen Stadt wurde (neben der modernen Flaniermeile) tatsächlich gezeigt - das Kiewer Höhlenkloster und ein junger orthodoxer Mönch.
Auch der Sonnenuntergang gegen Ende der Reportage hatte etwas Erhebendes.
Schade nur, dass mit bis zum Ende nicht klar geworden ist, was mir der Autor dieser Sendung eigentlich mitteilen wollte.
Hängengeblieben ist mehr oder weniger folgendes:
Hoffentlich wird es in Zukunft noch informativere und ausgewogenere Berichte geben...
Andreas Kaprocki
Am 22. Mai 1979 wurde der bedeutende ukrainische Poet und Komponist Vasyl Ivasjuk unter enormer Anteilnahme zu Grabe getragen, einer der Begründer der modernen ukrainischen lyrischen Musik und Autor von Liedern wie Chervona Ruta, Ja pidu v daleki hory, Vodohraj - Lieder, mit denen jeder Ukrainer von Kindesbeinen groß wird.
Volodymyr Mychajlovytsch Ivasjuk wird am 4. März 1949 in Kicman',
Gebiet Tschernihiv geboren. Schon mit drei Jahren macht sich seine
Liebe zur Musik bemerkbar, als er mit großem Interesse die Proben des
Lehrerchors verfolgt, zu denen er häufig von seinen Eltern mitgenommen
wurde.
1954 unternahm Mychajlo Ivasjuk (Vater des Komponisten) zusammen mit
anderen Gleichgesinnten den Versuch unternimmt, eine Musikschule zu
eröffnen. Der Fünfjährige kommt in die "Vorbereitungsklasse" der
Filiale der Tschernihiv-Schule Nr. 1, wo er sich dem Geigenspiel
widmet. Hier zeigt sich seine überdurchschnittliche Begabung für dieses
Instrument.
Nach Abschluss der 6. Klasse tritt Ivasjuk in die Kiever
Lysynko-Musikschule für hochbegabte Kinder ein. Die harte Schule, das
Leben im Internat - weit weg von den Eltern - macht sich gesundheitlich
bei dem Jugendlichen bemerkbar. Der ausgezeichnet Schüler kehrt nach
dem ersten Semester zurück nach Kicman'.
Hier gründet er 1965 das Schulensemble "Bukovyna" für das er seine
ersten Lieder schreibt. Das Ensemble gewinnt mehrere Wettbewerbe und
fährt nach Kyjiv, wo man auf die jungen Musiker aufmerksam wird. Sie
kommen ins Regionalfernsehen und bekommen als Preis eine Schifffahrt
auf dem Dnipro. Seine Lieder hinterlassen bleibenden Eindruck und bald
darauf bekommt er Anfragen nach Text und Noten.
Aufgrund eines unglücklichen Vorfalles in der Jugend, bei der eine
Lenin-Statue zu Schaden kam, zog Ivasjuk die Aufmerksamkeit der
Behörden auf sich. Dies führt später zu seinem öffentlichen Ausschluß
vom medizinischen institut im August 1966. Ihm wird vorgeworfen sich
den Studienplatz auf "unehrenhafte Weise" erschlichen zu haben.
Volodja beginnt eine zweite Karriere als Schlosser in der Fabrik
"Lehmasch". Dank seines musikalischen Talents erhält er jedoch die
Möglichkeit einen Werkschor zu gründen und zu leiten. Bald darauf
gewinnt dieser Chor in mehreren musikalischen Wettbewerben, bei denen
Ivasjuks Lieder vorgetragen werden. Er reicht einige seiner Lieder auch
unter verwendung eines Pseudonyms auch für den Wettbewerb zum 50.
Jahrestag der Oktoberrevolution ein und gewinnt den ersten Preis.
Dank der Empfehlungen seines Arbeitgebers kann Volodja sein Studium
wiederaufnehmen und tritt im medizinischen Institut dem Kammerorchester
Trembita ein. Während dieser zeit schreibt er auch an dem Liebeslied
"Tschervona Ruta" (= ein geheimnisvollen Kraut), das über alle Maßen
populär werden sollte. Das Lied sollte zum ersten großen Triumph in
seinem jungen Leben werden.
1971 wurde in den Karpaten der erste ukrainische Musikfilm - Tschervona
Ruta - mit bedeutenden Schauspielern gedreht. Darin wurden unter
anderem auch Ivasjuks Kompositionen verarbeitet. Es folgt eine Zeit
großer Erfolge, Ivasjuk wird in der gesamten Sowjetunion gehört und
seine Werke werden sogar ins Polnische übertragen. Mittlerweile
befindet sich der erfolgreiche Komponist bereits am Konservatorium von
L'viv (Lemberg).
1975 schreibt Ivasjuk die Musik zu einem Schauspiel nach dem Roman von
O. Hontschar "Die Fahnenträger" und erhält ein Diplom mit Auszeichnung.
Es folgt eine Film, in dem allein Ivasjuks Lieder verarbeitet werden.
Seine Tätigkeit neben dem Studium nimmt jedoch mehr Zeit in Anspruch
als geduldet wird. Ivasjuk wird vom Konservatorium ausgeschlossen, kann
aber sein Studium dann noch nach großen Anstrengungen erneut aufnehmen.
Mit zunehmendem Erfolg - inzwischen wurde sogar eine Schallplatte
herausgegeben - wird von dem jungen Komponisten auch mehr
politisches Engagement erwartet. Ihm wird der Eintritt in die KPdSU
nahegelegt, was Ivasjuk jedoch ablehnt. Ivasjuk ist auch weiterhin
berühmt und belibet, unterschwellig beginnt man aber nun ernsthafter
gegen den Aufsässigen vorzugehen. Es werden Dokumenten
zusammengetragen, die eine weitere Preisverleihung verhindern sollen.
Als Ivasjuk am 24. April, nach seiner Rückkehr nach L'viv mittags einen
Anruf erhält, macht er sich unvermittelt auf und macht sich auf den Weg
zum Konservatorium.
Am 18. Mai 1979 wird der Volodymr Ivasjuks Leichnam in einem Wald nahe
L'viv gefunden. Der Lyriker, dem es so trefflich gelang, seinen
Zuhörern aus der Seele zu sprechen, wurde am 22. Mai zu Grabe getragen.
Den Eichensarg, der mit Kalyna-Zweigen und Zierhandtüchern geschmückt
war, trugen Vasyls Freunde auf den Schultern. Die Anteilnahme war
enorm. Trotz Verboten durch die Staatsgewalt schlossen sich
Zehntausende von Trauernden der Prozession an, eine für diese Zeit
ungewöhnliche Mißachtung der staatlichen Autoritäten.
Die Gründe für den mysteriösen Tod des ukrainischen Komponisten und
Poeten sind bis heute unklar. Aus sowjetischen offiziellen Quellen
wurde nur bekannt, Ivasjuk habe sich erhängt. Fakt ist, dass die
Untersuchungen nur sehr oberflächlich geführt wurden und andere
Hinweise überhaupt nicht in Betracht gezogen wurden...
Ivasjuks Lieder sind zum nationalen Liedgut geworden und heute
noch genau so aktuell wie damals, sowohl in der Ukraine als auch in der
Emigration.
Weiterführende Informationen:
Einige Hörproben finden Sie auf http://www.ukrainianmusic.com (installierter MP3-Player benötigt, Zum Anhören, klicken Sie eines der Lautsprechersymbole an).
Detailiertere Biographie (Englisch) und weitere Bilder auf http://wumag.kiev.ua